Was uns antreibt

„The writing life is so much about overcoming setbacks and challenges and perceived failures. The only way through it is to never stop, ever. The benefit is you get stronger that way.“

(James Scott Bell, @jamesscottbell: The Kill Zone
http://killzoneauthors.blogspot.de/2013/08/the-best-way-to-market-your-books.html#.UhnCCEAXgtM)

Übersetzt heißt das in etwa:
„Im Autorenleben geht es so sehr darum, über Rückschläge und Herausforderungen und vermeintliches Versagen hinwegzukommen. Der einzige Weg da durch ist, nie, niemals aufzuhören. Der Vorteil ist, man wird dabei stärker.“

Diese Aussage hat etwas in mir angestoßen, das seither keine Ruhe gibt. Die Frage, warum ich trotz aller Hürden schreibe, treibt mich – wie wahrscheinlich die meisten Autoren – immer wieder um. Nicht zuletzt, weil einem jeder rät, etwas anderes zu tun, wenn man kann. Falls man kann.

Warum ich schreibe? Darauf gibt es Hunderte guter Antworten, keine davon vermutlich sonderlich überraschend. Interessanter ist doch die Frage, warum ich nicht aufhöre, trotz der Ablehnungen, trotz schmerzhafter Kritiken. Was treibt mich an, immer wieder aufzustehen und noch ein bisschen härter mit dem Kopf gegen die Wand anzurennen?

Von Natur aus bin ich nicht gerade das, was man eine „Rampensau“ nennt. Singen und Theaterspielen sind super, solange ich nicht auf die Bühne muss. Tatsächlich verschafft mir kaum etwas so viel Bauchschmerzen, wie meine Geschichten der unbarmherzigen Meinung mehr oder weniger fremder Menschen zu überlassen. Für Ruhm und Scheinwerferlicht kämpfe ich also ganz sicher nicht.

In der Mittelstufe gab mir mein Mathematiklehrer zu verstehen, ich sei zu blöd für den Stoff und würde auf diese Weise nie Abitur machen. Mein Matheschein aus dem Informatikstudium sagt etwas anderes.
Mein Musiklehrer bezweifelte, dass ich mit meiner Stimme eine Hauptrolle des Schultheaters bewältigen könnte. Der Szenen-Applaus sagte etwas anderes.
Als Rechtsreferendarin wunderte sich mein Repetitor, wie ich das erste Examen bestanden hatte, beim zweiten Examen würde sich schon zeigen, dass es bei mir nicht reicht. Mein Ergebnis war besser als im ersten Examen.
Erkenne ich da ein Muster?

In Wahrheit hat es vielleicht vor allem mit Sturheit zu tun. Wenn es mich umhaut, will ich nicht liegen bleiben, weil es das noch nicht gewesen sein kann. Oder es ist Rechthaberei. Wenn mir jemand sagt, das schaffst du nie, sonst könnte das ja jeder, dann will ich das nicht auf mir sitzen lassen.

Oder – und auf diesen Gedanken kam ich durch das obige Zitat – es geht gar nicht darum, mich nicht unterkriegen zu lassen. In Wahrheit bin ich es vielleicht selbst, die Herausforderungen sucht. Einen Anreiz, die Komfort-Zone zu verlassen, etwas zu riskieren und zu kämpfen. Und alles nur, um als Mensch stärker hervorzugehen. Vielleicht sind bessere Geschichten nur ein willkommenes Nebenprodukt. In sofern ist es womöglich an der Zeit, all denen dankbar zu sein, die mich schmähen und mir damit ermöglichen, immer wieder über mich hinauszuwachsen.

Also: Danke!

Wir wissen noch nicht, ob ich es als Autorin schaffe, mit meinen Geschichten Leser zu begeistern. Aber ich werde nicht aufgeben, bis mir das Leben sagt – Schatz, jetzt ist endgültig Schluss.

Was treibt euch an?

3 Comments

  1. Liebe Sabine,
    du sprichst mir voll aus dem Herzen. Genauso ist das bei mir auch. Ich frage mich auch immer wieder, warum ich mir das alles antue, vor allem die endlose Warterei. Und dennoch mache ich immer weiter, weil ich einfach nicht anders kann. In diesem Sinne, Liebe Grüße, Susanne.

  2. Liebe Sabine,

    das ist ein Aspekt, den ich beim Schreiben (und beim Kämpfen darum, weiterzuschreiben) noch gar nicht so sehr bedacht habe! Dass man an diesen Widerständen, die sich einem entgegenstellen, auch wachsen kann. Dein Beitrag kam gerade richtig, um mich neu zu motivieren!
    Liebe Grüße
    Christa

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