Unter Geiern

Nein, ich meine nicht den Klassiker von Karl May.

Auf meiner alten Webseite begrüßte ich meine Besucher mit folgendem Sinnspruch:

Vor einem Aufrichtigen brauchst du deine Worte nicht zu verstecken.
(Tibetische Weisheit)

Ich denke, ich werde diesen Spruch wieder anpinnen. Mich hat von Anfang an die Hintersinnigkeit fasziniert. Wie sehr man geneigt ist, dieser einfachen, schönen Wahrheit ein „Aber!“ anzuhängen.

Gestern fiel mir auf, dass es einen Download-Server gibt, der mein eBook Wild!Leben zum Download anbietet. Zunächst kostenlos, was nicht in Ordnung ist (und gegen meine vertraglichen Verpflichtungen), da ich aber selbst verschiedene Kostenlos-Aktionen durchgeführt habe, kann ich damit noch umgehen. Definitiv nicht in Ordnung ist es aber, das eBook nur Premium-Mitgliedern zugänglich zu machen: gegen Bezahlung, versteht sich.

Ist das die vielgerühmte Freiheit des Netzes? Jeder darf mit den Texten anderer Leute Geld verdienen – außer den Autoren, denn Urheberrecht ist ja pfui?
Willkommen im 21. Jahrhundert.
Der Server sitzt irgendwo, ein Impressum gibt es nicht. Eine Mail hab ich trotzdem geschickt.

Liebe Leser, wenn ihr Geschichten lesen wollt, die nicht eben nur hingekritzelt sind, bedenkt, dass jemand daran wochen-, monate-, vielleicht jahrelang gefeilt hat. Da ist es nur fair, wenn nicht irgendwelche Trittbrettfahrer den Lohn einheimsen.

Mein Wort zum Wochenende.