Und … wech!

Sollte man sich als Autorin von Jugendunterhaltungsliteratur aus der Politik “raushalten”? Wie gut, dass Politiker-Skandale keine Frage von Politik sind, sondern von Ethik und gutem Geschmack.

Da höre ich also heute Morgen den Spekulationen zweier Radio-Moderatoren zu, es sei denkbar, trotz ausgewachsenen Skandals nach einer gewissen “Schonfrist” wieder im politischen Tagesgeschehen Fuß zu fassen und erneut wichtige Ämter zu besetzen. Ausschlaggebend für die Wahrnehmung durchs Wahlvolk sei nämlich nicht, was einer sich geleistet habe, sondern, ob es öffentlich als Skandal wahrgenommen wird.

Nun ist es ja eine Binsenwahrheit: “Wo kein Kläger, da kein Richter.”
Im “Fall zu Guttenberg” gibt es jedoch einen Richtspruch und dabei soll es bitteschön bleiben. Für mich als Autorin ist Plagiat ein absolutes No-go. Und wir sprechen hier ja nicht von einem Schüleraufsatz (dennoch: Macht das bitte nicht nach, liebe Kinder!), wir sprechen von einer Arbeit, die den Stand der Wissenschaft vorantreiben soll.

Es zeugt schon von einiger krimineller Energie, sich mit den Arbeiten anderer – für die die Betroffenen Jahre ihres Lebens eingesetzt haben – einen so langfristigen unberechtigten Vorteil zu verschaffen. Der ergaunerte Titel bringt dem Täter gesellschaftliche, berufliche, finanzielle und – wie man sieht – politische Vorteile. Und das ohne entsprechende Gegenleistung:

Eine Doktorarbeit dient ja nicht dem Selbstzweck, oder um sich und der Welt zu beweisen, wie sehr man für einen kleidsamen Titel bereit ist, auf Freizeit und damit Lebensqualität zu verzichten. Eine Doktorarbeit dient in erster Linie der Wissenschaft. Sie soll neue Erkenntnisse liefern, neue Denkansätze. Sie soll unser aller Verständnis von der Welt voranbringen.

Eine Doktorarbeit zusammenzuklauen ist also nicht nur ein Vergehen gegen diejenigen, deren Werke missbraucht wurden, es ist letztlich ein Vergehen gegen uns alle.

Finger weg von fremden Texten!