Nicht nur zu Weihnachten

Es gibt immer ein erstes Mal, und dieses ist mein erster Reblog. Mir gefällt der Gedanke, dass es ein Beitrag ist, der mir aus der Seele spricht, den ich aber so nicht hätte schreiben können, da der Zufall mich in eine Familie gesetzt hat, die seit Generationen einen deutschen Namen trägt und sogar zum Großteil blond und blauäugig geboren wurde. Dennoch: Was Iranique hier sagt, geht mich an. Geht dich an, geht jeden an. Sich hinter vollgepackten Tellern zu verschanzen, den Mund zu voll zum Sprechen, und Menschen abzuweisen, die aus ihrer geliebten Heimat fliehen müssen, weil dort zu leben unmöglich geworden ist – durch unsere Mitschuld -, das ist armselig und feige. Und kurzsichtig. Denn wer sagt uns denn, dass nicht du, ich und er einmal in Not geraten könnten? Bräuchten wir dann nicht auch die Freundschaft und Hilfe anderer, denen es besser geht? Wir leben im Schlaraffenland, selbst wenn das Handy mal streikt und das Auto zum TÜV muss. Wenn die Kinokarten schon wieder teurer geworden sind und das neue FIFA-Spiel ein Vermögen kostet. Teilen wir. Schenken wir wenigstens unser Mitgefühl und ein offenes Ohr.
Leihen wir unsere Stimme.

Nicht nur zu Weihnachten.

f9eab2e6862e6e819e2523d5a760923c Ursprünglich veröffentlicht auf Herz im Kopf Blog:

Ein Appell

18/12/2014

Kleine dunkeläugige Kinder haben Angst. Sie fragen ihre Eltern, ob sie nun weg müssten. Auch wir haben ein ganz mulmiges Gefühl, das Selbe, das wir hatten, als wir uns damals, als wir nach Deutschland kamen, mit dem Nationalsozialismus beschäftigen mussten. Der Lehrplan erforderte all die tragischen Biografien, die Entwicklungen menschlicher Interaktion und Beeinflussung, wie es mit kleinen Vorurteilen begann und wie schnell daraus Hass wurde. Wie schnell dieser Hass zum schweigenden Abnicken größter Verbrechen wurde. Auch damals schwieg man, weil viele dachten, Nachbar Meyer würde all das auch für richtig halten, also musste es richtig sein.

Im Moment wissen viele meiner Freunde und Kollegen nicht, wie wir uns fühlen. Sie selbst neigen dazu, diesen “Haufen Irrer in Dresden” nicht ernst zu nehmen. Aber fünfzehntausend, das ist nicht nur eine abstrakte Zahl, das ist eine Menge, in der man untergehen kann. Sie verstehen noch nicht, dass wir uns nicht verstecken können …

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