Hawaii – nicht nur für Touristen

Mokolii Island (Chinaman's Hat), Oahu, Hawaii
Mokolii Island (Chinaman’s Hat), Oahu, Hawaii
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1992 war ich für sechs Wochen auf Oahu und Maui. Als Studentin hatte ich das Glück, eine günstige Reise außerhalb der Schulferien zu buchen und durfte privat bei einer hawaiischen Familie wohnen. Durch diese Familie bekam ich ein Hawaii zu sehen, das Touristen oft weder wahrnehmen noch zu schätzen wissen.

Die Insel Oahu bietet wahrhaftig all die wunderbaren Strände, kristallklaren Buchten und tropischen Palmenhaine, die man aus den Medien kennt. Honolulus Nachtleben ist so bunt und magisch wie man es sich vorstellt. Aber wer länger bleiben kann als die üblichen zwei, drei Wochen, in die alle möglichen Inseltouren, Sea Life Park-Besichtigungen und das unvermeidliche Luau in einer der großen Hotelketten gepackt sind, lernt die Inseln von einer Seite kennen, die sie für immer ins Gedächtnis prägen. Und auch nach über zwanzig Jahren noch Fernweh hervorrufen.

Wenn ich an meinen Aufenthalt dort zurückdenke, sehe ich das türkisfarbene Meer und Strände vor mir, bunte tropische Fischschulen, Urwälder und zerklüftetes Vulkangestein, aber auch saftige Weiden und Wiesen. Vor allem aber sehe ich die Menschen vor mir. Inmitten all dem Touristengetümmel halten die Einheimischen, die Locals, ihre Lebensweise so gut es geht aufrecht.

Lange Zeit war alles, was mit dem Aloha Spirit zu tun hatte verpönt, verboten: Die hawaiische Sprache, der Hula, die Traditionen. Heutzutage gibt es Gruppen, die dafür sorgen, dass der Hawaiian way of life nicht verlorengeht. Es gibt Hula-Schulen, alternative Landwirtschaft und Vereine, die Kunst, Sprache und Kultur der Hawaiier pflegen und das Bewusstsein der Menschen für hawaiische Geschichte wachhalten.

Für Besucher lohnt es sich, die Trampelpfade zu verlassen und statt in Waikiki und Downtown Honolulu zu bleiben, die vielen kleineren Buchten zu erkunden, die Parks, die Shrimp-Buden am Rand der Überlandstraßen. Fahrt mit dem Linienbus, begegnet Menschen! Die Hawaiier sind freundlich und Touristen gegenüber offen – nicht weil sie Geld mitbringen, sondern weil Hawaiier so sind.

Sie haben oft eine bewegte Familiengeschichte, mit Vorfahren verschiedenster Herkunft. Nicht selten finden sich Großeltern und Urgroßeltern aus fünf oder sechs verschiedenen Nationen, sogar Kontinenten. Das macht das Straßenbild bunt und die Menschen Besuchern gegenüber aufgeschlossen.

Hawaii ist immer eine Reise wert – und wenn ihr dort seid, schreibt mir eine Postkarte!

Roman: Leilani | Wohin das Herz gehört

2 Comments

    1. Die Glückliche!
      Immerhin nähert sich hier auch unaufhaltsam der Frühling. Ich liebe dieses Feuerwerk von Magnolien, Mandel-, Kirsch- und Apfelblüte ringsherum. Meer und Palmen muss ich mir halt in Gedanken ausmalen.

      Liebe Grüße
      zurück 🙂

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