Gelesen: Lillian Waverley, Dort, wo die Sterne sind

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(c) Lillian Waverley

„Die Roaring Twenties in Amerika:

Charleston, Jazz und Flüsterkneipen prägen die wilde Zeit. Im aufblühenden Hollywood entsteht eine neue, glamouröse Welt.

Die 18-jährige Penny Green aus Kansas liebt das Theater und träumt davon, Schauspielerin zu werden. Sie ist fasziniert vom auflebenden Filmgeschäft im fernen Hollywood.

Als ihre Eltern sie drängen, den reichen Bernard zu heiraten, flieht Penny Hals über Kopf vor einem Leben, das sie nicht führen möchte. Sie steigt in den Zug nach Los Angeles, mit dem Kopf voller Träume. Ihr Ziel ist klar: Sie will das Filmgeschäft erobern!

Im sonnigen Kalifornien muss sie jedoch feststellen, dass Hollywood nicht auf sie gewartet hat. Zum Glück steht ihr der charmante Eddie zur Seite. Auch der attraktive Talentsucher Ralph verdreht ihr gehörig den Kopf. Für sie beginnt eine spannende Zeit.

Das Filmgeschäft ist gnadenlos, doch Penny hört nicht auf zu kämpfen – für ihren Traum, ihre Liebe und das ganz große Glück.“

Lillian Waverley ist das geschlossene Pseudonym einer deutschen Autorin, die auf eine stolze Zahl an Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien blicken kann. „Dort, wo die Sterne sind“ ist ihr Romandebüt.

Die ersten Sätze kommen dem geneigten Leser womöglich bekannt vor, rezitiert doch die weibliche Hauptfigur dieser flott geschriebenen Hommage ans frühe Hollywood eine Stelle aus Romeo und Julia – schließlich ist es Pennys sehnlichster Wunsch, Schauspielerin zu werden, ach was, zu sein!

Erste Schritte in dieser Hinsicht hat Penny denn auch schon gemeistert: Am kleinen Stadttheaters im heimischen Kansas ist sie die „Jugendliche Liebhaberin“, sehr zum Missfallen ihrer standesbewussten Eltern. Ihrer Ansicht nach sollte ein junges Mädchen sich darauf konzentrieren, gut zu heiraten, entsprechend nehmen sie wenig Rücksicht auf Pennys „Flausen“.

Penny ist es gewohnt, sich dem Willen der Eltern unterzuordnen, doch als man sie ohne ihr Wissen verlobt, wird ihr über Nacht klar, dass sie auf eine persönliche Katastrophe zusteuert. Kurz entschlossen läuft sie davon – und was läge näher, als sich in Hollywood zu versuchen!

Ja, was? Hollywood hat auf eine weitere, hoffnungsvolle Schauspiel-Anfängerin nicht gewartet. Das wird auch Penny recht schnell bewusst. Sie muss sich mit Nebenjobs über Wasser halten, doch gibt sie ihren Traum nicht auf. Hartnäckig nimmt sie all die Ablehnungen und Zurücksetzungen in Kauf, die die Suche nach einer Eintrittskarte ins Filmgeschäft mit sich bringt. Trotz einiger Blessuren an Stolz und Selbstvertrauen stellt sie sich immer wieder für Filmrollen vor.

Soviel Begeisterung und Zielgerichtetheit bleibt nicht unbelohnt. Über Hilfsjobs am Set und Statistenrollen ergattert sie endlich eine heißbegehrte Schauspielrolle – im Stummfilm. Hier kommt ihr die Erfahrung von der Bühne zugute und als der Tonfilm über Hollywood hereinbricht, scheint Pennys Zukunft als Schauspielerin in greifbare Nähe zu rücken und mit ihr der sehnsüchtig erhoffte Gang über den „Roten Teppich“.

Doch Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn nicht allerorten auch gefährliche Fußangeln verborgen lägen …

Mein Eindruck: Ganz großes Kino.
Wer je den Wunsch gehegt hat, einen künstlerischen, kreativen Beruf zu ergreifen, wer je die Umbruchstimmung am Beginn einer neuen Ära gefühlt hat, wer je vom kalifornischen Flair geträumt hat, der kann nicht anders, als von diesem Roman eingenommen zu sein.

Spielerisch und sprachlich einwandfrei nimmt Lillian Waverley ihre Leser mit auf eine Reise in die glorreichen Zwanziger, als alles möglich erschien und die Menschen eine nie gekannte Freiheit auskosteten – so lange sie denn währte. Charlston, Jazz, Flüsterkneipen, Pennys Welt ist wild und bunt und so ganz und gar verschieden von der einengenden Bevormundung durchs Elternhaus. Trotzdem muss sie einen Weg finden, auch die Schattenseiten ihres neuen Lebens in Rechnung zu ziehen.

Mit viel Sinn für Wunsch und Wirklichkeit geleitet uns die Autorin unaufdringlich und handwerklich sicher auf einer abenteuerlichen und auch romantischen Reise in eine Welt, in der Jugendträume keine Schäume bleiben müssen. Als Leserin kann ich mich vertrauensvoll auf die Erzählung einlassen und werde bis zum fulminanten Abschluss hervorragend unterhalten.

The show will go on!

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Update 08.05.2014:  Leseprobe zu „Dort, wo die Sterne sind“ bei Seite-99.de

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