Gelesen: Donald Maass, Writing 21st Century Fiction

Writing21stCenturyAuf den Namen des New Yorker Literaturagenten Donald Maass stieß ich vor einiger Zeit bei Twitter. Seine Gastartikel in einem amerikanischen Autoren-Blog machten mich neugierig genug, um in sein Buch reinzuschnuppern – und es hat mich auf Anhieb überzeugt.

Was heißt überzeugt, es hat mich fast umgehauen. Das war genau das Buch, das ich seit Jahren gesucht hatte! Endlich ein Schreibratgeber, der sich nicht mit Plattitüden für Anfänger aufhält. Fast höre ich das Aufjaulen im Off: „Geh mir weg mit Schreibratgebern!“ – aber das ist in diesem Fall nicht gerechtfertigt.

Writing 21st Century Fiction richtet sich an Autoren, die schon lange genug schreiben, um all die üblichen Standardsprüche rückwärts aufsagen zu können, wenn man sie nachts um halb drei wachrüttelt. Und was noch besser ist: Es liefert konkrete, sofort anwendbare Vorschläge, mit denen ein guter Text das besondere Etwas erhält.

Donald Maass redet keinem Sicherheitsdenken das Wort, sondern fordert auf, sich mutig über Genre-Grenzen hinwegzusetzen und etwas Neues, Besonderes, Aufsehenerregendes zu schreiben. Ein Buch, das neue Trends setzt, statt ihnen hinterher zu hecheln.

Nun ist der Autor kein Verfechter des Self Publishing. Im Gegenteil, für ihn sind Verlage die Torwächter, die das Publikum vor Schund und Schrott bewahren. Diese Meinung muss man nicht teilen, und das tue ich auch nicht. Dennoch haben seine Anwendungsbeispiele und Übungen absoluten Mehrwert für Autoren, die schon alles gelesen zu haben glaubten, was es zum Thema Schreibhandwerk gibt.

Einziger Wermutstropfen: Mit 11,07 Euro ist das Kindle-eBook nicht gerade billig. Da lohnt es sich fast schon, stattdessen die Printversion für zurzeit 12,30 Euro zu kaufen (Normalpreis: 16,09 Euro). Ich hatte überlegt, dafür einen Punkt abzuziehen, aber die Vorzüge überwiegen den Nachteil, und Papier macht sich im Buchregal ja auch ganz hübsch.

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