Bürokram

Wer glaubt, Autoren schweben ständig mit dem Kopf in den Wolken und haben nur Poesie oder wenigstens Prosa im Sinn, den muss ich enttäuschen. Der ganz profane Schreibkram macht auch vor meiner Tür nicht Halt.

Ich rede hier nicht mal von Steuererklärungen oder Verwaltungspost. Was mich die letzten Tage beschäftigt hielt, war eine Datenschutzerklärung für diesen Blog. Ihr habt richtig gelesen.

In einer Zeit, in der wir davon ausgehen müssen, dass fremde Regierungen und womöglich unsere eigene uns auf Schritt und Tritt belauschen, beobachten und unsere Post lesen, sind offenbar Abmahnanwälte dazu übergegangen, Blogger kostenpflichtig abzumahnen, wenn sie ihre Datenschutzerklärungen nicht an vorderster Stelle sichtbar machen.

Nicht falsch verstehen, ich bin unbedingt für möglichst umfassenden Schutz der Privatsphäre. Aber was diese Abmahnerei bezweckt, ist kein Schutz, sondern Abzockerei. Hier geht es ganz eindeutig eben nicht darum, behauptete Missstände zu beheben, sondern im Gegenteil, von ihnen zu profitieren. Ich halte solche Massen-Abmahnungen für rechtsmissbräuchlich und ein solches Vorgehen von Rechtsanwälten für standeswidrig.

Dennoch habe ich der guten Ordnung halber meine Datenschutzhinweise aktualisiert (wobei >> diese Seite mit Textgenerator von Rechtsanwalt Thomas Schwenke << sehr hilfreich war) und sie gut sichtbar in die Menüleiste platziert, wo sie nun, wie gefordert, von jeder Seite auf einen Klick erreichbar sind.

Schlimm finde ich nur, dass der Text, um juristisch möglichst wasserdicht zu sein, so ausführlich formuliert ist, dass Blogbesucher ihn vermutlich als unleserlich empfinden. Mancher wird sich auch schwertun, wenn er sich tatsächlich durchgekämpft hat, die möglichen Maßnahmen zu überblicken und entsprechend zu handeln. Weniger wäre auch hier mal wieder mehr.

Ich rekapituliere: Massen-Abmahnungen sind rechtsmissbräuchlich, weil sie in Wahrheit einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen, und sie führen zu mehr Rechtsunsicherheit, sowohl bei den verpflichteten Blogbetreibern als auch bei den vermeintlich geschützten Lesern. Das stinkt zum Himmel.

Liebe Blogbesucher, verzeiht, dass ich hier meinem Unmut öffentlich Luft verschafft habe. Mir geht es jetzt besser, und hoffentlich habt ihr jetzt mehr Verständnis für die seltsame neue Seite im Blog, die mit spannenden Romanen nun so gar nichts zu tun hat. Ich verspreche, ab jetzt wieder zum belletristischen Schreiben zurückzukehren.

Schaut euch gerne immer mal wieder auf meiner Seite um. Gerade bin ich dabei, viele spannende Infos zu meinen Romanen einzustellen, sowohl von bereits veröffentlichten als auch aktuellen Projekten. Seit Kurzem biete ich auch einen Newsletter an, mit dem ihr über alle neuen Beiträge und sonstige Neuigkeiten stets auf dem Laufenden bleibt.

 

Ich freue mich jederzeit über Kommentare und E-Mails. Bis bald!

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