Voll blockiert

Irgendwo habe ich dieser Tage aufgeschnappt, viele Autoren wollten gar nicht schreiben, sondern geschrieben haben. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht, tatsächlich könnte es aber mit dem häufig beklagten Phänomen der “Schreibblockade” zusammenhängen.

Was ist denn aber eine Schreibblockade? Es ist – meiner Erfahrung nach – der Unwille, einen literarischen Text zu verfassen. Interessanterweise hält es Betroffene nicht davon ab, sich in Internet-Foren eifrig zu beteiligen.

Also: Was steckt dahinter?

Da jeder Mensch bekanntlich auf eigene Weise funktioniert, kann ich nur von mir sprechen. Und bei mir hapert es mit der Motivation regelmäßig dann, wenn ich nicht weiter weiß. Oder wenn ich zwar weiß, was ich schreiben will, aber nicht weiß, wie ich es anfange. Oder wenn – wie gerade heute – beim Überarbeiten meines Projekts Hawaii 90 eine Szene in ein bestehendes Gefüge eingebaut werden muss und mir die Überleitung fehlt.

Wie löse ich aber das Dilemma?

Meistens hilft es schon, einfach anzufangen. Meine Figuren zu betrachten, in welcher Situation sie gerade stecken, was sie wissen und was sie jetzt und hier erreichen wollen. Stelle ich ihnen dann eine andere Figur gegenüber, die etwas anderes weiß und will, ergibt schnell ein Wort das nächste und am Ende entsteht eine Szene, an die ich so vorher nicht gedacht hätte. Klappte bisher jedes Mal.

Und das mit der Überleitung kriege ich heute auch noch hin. Schließlich haben meine Figuren ein Eigenleben, ich muss sie nur machen lassen …