Real Life: Weltschlechteste Endlos-Serie

An Endlos-Serien nervt mich am meisten, dass sie nur immer komplizierter werden. Konflikte werden immer verworrener, Intrigen immer hinterhältiger, offene Kämpfe immer brutaler. Liebesbeziehungen halten niemals, ehemalige Freunde entfremden sich, es kommen ständig neue Feinde und Gefahren hinzu, und sie sind immer tödlicher als alle vorher zusammen. Ein Schritt vorwärts bedeutet immer drei zurück, und irgendwann ist der Punkt überschritten, an dem die Anspannung noch unterhaltsam ist.

Ich schaue zu, hoffe und bange, werde allmählich ungeduldig und halte es kaum noch aus, bis sich endlich alles auflöst. Am liebsten im Guten, aber irgendwann schleicht sich auch der Gedanke ein, es soll bitte einfach nur noch vorbei sein, egal wie.

Die gute Nachricht ist: Den Fernseher kann ich abschalten.

Die schlechte: Keine Endlos-TV-Serie war je so mies wie dieses sogenannte Echte LebenTM.

Glaubt man den Ausführungen des Sozialwissenschaftlers Bassam Tibi, dann ist unser Schicksal längst besiegelt. Alles kann nur schlimmer werden, denn Deutschland und seine Menschen sind ein hoffnungsloser Fall. Wir sind entweder schon Nazis oder aber Gutmenschen, bei denen es eben etwas länger dauert, bis die Überforderung uns zu Nazis macht. Und dass wir überfordert sind, ist Programm, weil wir so zwanghaft nicht böse sein wollen. Vor diesen Gutmenschen hat er Angst, der Herr Tibi, sie sind tickende Zeitbomben.

„Wir deutschen Ausländer haben Angst um unsere Integration. Der hässliche Deutsche ist stets Nazi oder Gutmensch. Das sind die beiden Seiten derselben Medaille. Ich habe Angst, dass die Gutmenschen von heute morgen Nazis sind.“ — Bassam Tibi, BZ, 07.07.2016

Ich glaube diesen Ausführungen nur bedingt. Ich glaube ihnen so weit, dass es ein wirkliches Problem ist, die Augen zu verschließen, mit den Fingern in den Ohren, und laut singend durch die Nacht zu stolpern. Wir brauchen eine Integrationspolitik, die den Namen verdient. Flüchtlingshilfe und Integration brauchen Koordinierung, Planung und organisierte Durchführung. Darin sind wir Deutschen doch angeblich so gut?

Was ich nicht glaube, ist seine Behauptung, all diese sogenannten Gutmenschen sind auch nur Nazis, sie wissen es nur noch nicht. Mein lieber Schwan, wie bin ich es leid, mir von Egomanen sagen zu lassen, in Wirklichkeit sei ich doch genau wie sie, nur zu feige es auch zuzugeben. Ich habe Neuigkeiten für sie, Herr Tibi: Es gibt Menschen, denen  das Schicksal anderer tatsächlich nahegeht. Menschen, die nur schwer ertragen, wenn anderen ein Leid geschieht. Denen bei jedem schönen Erlebnis der Gedanke durch den Kopf geht, wie viele andere davon nur träumen können. Menschen, die kaum noch wagen, Nachrichten zu lesen, weil sie kaum noch Anlass bieten zur Hoffnung auf Frieden. Von allgemeinem Wohlstand ganz zu schweigen.

Gutmenschen sind keine schlafenden Nazis. Gutmensch ist kein Schimpfwort. Ich glaube gern, dass es schwer auszuhalten ist, wenn man erkennen muss, dass die eigene Fähigkeit zu Mitgefühl und Nächstenliebe begrenzter ist als die von anderen. Diesen Menschen aber niedere Beweggründe zu unterstellen, ist — da müssen Sie jetzt durch, Herr Tibi — durchschaubar kleingeistig.

Leider sind Sie nicht allein, und wie immer sind die Unkenrufer und Anheizer lauter als die, die besänftigen wollen. Und sie sind offenbar wild entschlossen auf keinen Fall Konflikte zu lösen. The Show must go on, offenbar stimmen die Einschaltquoten noch bei dieser Reality-Soap. Ich für meinen Teil möchte manchmal am liebsten vorspulen, aber meine Frustration ist nicht so groß, dass ich schon aufgebe. Die Gutmenschen sind noch im Rennen und die Show ist erst zu Ende, wenn der Abspann läuft.

Vorlagen: eBook mit dynamischem Inhaltsverzeichnis erstellen

Update 14.07.2016: Neubearbeitung der Vorlagen in bunt und konkret, yay! \o/

Zur älteren Version dieses Artikels vom 13.09.2015 (die ein Update des Ursprungsbeitrags vom 01.11.2012 war) geht es hierlang: <klick>

eBook Café Morte von Billie Kibitz Jedesmal, wenn ich ein Buch herausbringe, stehe ich vor der gleichen Aufgabe: Den mit dem Textverarbeitungsprogramm geschriebenen Text ins jeweils passende auslieferbare Format zu bringen. Einmal fürs eBook, zum anderen für die Taschenbuch-Ausgabe (dazu vielleicht ein andernmal).

Das ist immer wieder ein Stück Aufwand, weil ich einige Anpassungen von Hand vornehme. Der Aufwand lohnt sich jedoch, denn am Ende sieht die Ausgabe auf dem Reader so aus, wie ich das möchte.

Ein eBook ist letztlich nichts anderes, als weiterverarbeitetes HTML und auch für den interessierten Laien mit etwas Geduld (und Abenteuerlust 😉 ) leicht und ungefährlich zu bearbeiten.

Ungefährlich, weil die ursprüngliche Datei — dein Manuskript — im ursprünglichen Textformat (*.pap, *.doc, *.rtf, *.odp oder was auch immer) nicht angetastet wird. Also nur zu: Exportiere dein Manuskript als HTML und versuch’s einfach mal!

 

1. Schritt: eine HTML-Datei erzeugen

Ja, du liest richtig: Wir vergreifen uns am Code der HTML-Datei. Das ist kein Hexenwerk, alles, was du brauchst ist ein ein Texteditor, am besten einer, der die Syntax von Programmiersprachen erkennt und bekannte Programmier-Codes farblich kennzeichnet. Das ist vor allem für die Übersichtlichkeit hilfreich. Ich verwende hierfür den kostenlosen open source Editor notepad++ (siehe hierzu auch den Wikipedia-Eintrag).

Natürlich kann es nicht schaden, sich für die Bedienung vorab ein wenig mit dem Tool zu beschäftigen, aber für unsere Zwecke reicht gesunder Menschenverstand vollkommen aus.

Also nochmal die Schritte bis hierher:

  • Text verfassen: Check
  • Text als HTML exportieren („Datei“ -> „exportieren als“ -> „HTML“)
  • Diese HTML-Datei rechts anklicken, „Öffnen mit …“ -> notepad++ auswählen

Tadaaa — Das sieht dann etwa so aus: (Vergrößern durch Anklicken)

Abb1
Abb. 1

Du siehst: alles schön bunt und ordentlich aufgelistet. Textstellen in schwarz sind mein eigener Text, alles, was lila, rot oder gelb ist, sind HTML-Anweisungen, die mein Textverarbeitungsprogramm generiert hat. Na ja, bis auf ein paar, die ich selbst hinzugefügt habe, dazu kommen wir gleich.

Das Wichtigste vorweg: Vielleicht fällt dir auf, dass da keine classes definiert sind. Das liegt daran, dass ich beim Export der HTML-Datei die Verwendung von CSS ausgeschaltet habe:

Abb2c
Abb. 2

Sogenannte Klassen (engl. classes) sind beim Programmieren aus vielen Gründen sehr praktisch. Sie haben allerdings die Eigenheit, dass innerhalb dieser Klassen Arbeitsschritte definiert werden, die von außen nicht einsehbar und daher nicht veränderbar sind. Bei einer im Grunde so einfachen Sache wie einem Text führt das zum unnötigen Aufblähen und eventuell unerwünschten Ergebnissen. Also weg damit 🙂

Exkurs: Falls dein Manuskript neben dem Cover noch andere Bilder enthält, bietet es sich an, diese in die HTML-Datei einzubetten, das erleichtert nachher die Umwandlung ins endgültige *.mobi-Format:

Abb3
Abb. 3

Jetzt nur noch beherzt auf Erzeugen klicken — und voilà: im vorgegebenen Pfad erscheint deine Datei als HTML. Diese öffnest du nun wieder mit deinem Texteditor … und stellst fest, dass sie etwas anders aussieht als die in Abbildung 1:

Abb1
Abb. 1
Abb. 4
Abb. 4

 

 

 

 

 

 

 

 

Das liegt daran, dass ich die Datei im Editor — ganz so wie jeden anderen Text auch — bearbeiten kann. Ich habe überflüssige Zeilen gelöscht, wie beispielsweise all die

<p>&nbsp;</p>

die nichts weiter als eine leere Zeile einfügen. Beim eBook-Reader sind die nicht nur überflüssig, sondern auch lästig, deshalb: Weg damit!

EDIT: Hoppla, damit kein Missverständnis entsteht: natürlich sollen nicht alle Leerzeilen weg, nur die, die optisch keinen Gewinn bringen und auch sonst keinen Zweck erfüllen. Da wo Leerzeilen sinnvoll sind, lasse ich sie natürlich drin. (Danke fürs Aufmerksam-machen, Nat!)

Jetzt sieht das schon ähnlicher aus:

Abb. 5
Abb. 5

Etwas fehlt aber immer noch, das sind die Sprungmarken, mit denen wir nachher das dynamische Inhaltsverzeichnis erzeugen.

Wir brauchen Sprungmarken für folgende Abschnitte:

Erste Seite (Start), Impressum, evtl. eine Widmung, die einzelnen Kapitel, evtl. Danksagungen und nicht zuletzt fürs Inhaltsverzeichnis selbst.

 

 

2. Schritt: Sprungmarken hinzufügen

Abb. 6
Abb. 6

Wie einfügen? Wie bei jedem anderen Text auch — einfach in die im Editor geöffnete HTML-Datei reintippen:

<a id="start" name="start" />

Die Schrägstriche und eckigen Klammern nicht vergessen! Speichern, fertig.

Eine Sprungmarke kann, muss aber nicht auf einer neuen „Seite“ stehen. Falls es so sein soll, fügt man sie unter der Zeile

<hr style="page-break-before:always" />

ein, die das Textprogramm beim Erzeugen der HTML-Datei überall dort eingefügt hat, wo du beim Schreiben des Manuskripts einen Seitenwechsel vorgesehen hast. Es bietet sich also an, spätestens bei der letzten Manuskript-Überarbeitung solche Seitenwechsel sehr sorgfältig zu kontrollieren. Beispielsweise sollte auch überall dort ein manueller Seitenwechsel eingefügt werden, wo ein Kapitel rein zufällig auf einer neuen Seite beginnt!

 

3. Schritt: sonstige Anpassungen

Manchmal kann es nötig sein, noch einzelne Schönheitskorrekturen vorzunehmen. Beispielsweise hätte ich als Urheber dieser Datei doch lieber mich, statt des Generators eingetragen:

Abb. 7
Abb. 7

Eine wirkliche Schönheitskur bedeutet jedoch folgende Änderung: Ich möchte die erste Zeile im ersten Absatz eines neuen Kapitels und auch im ersten Absatz nach einer Leerzeile (die man aus Layouter-Sicht extrem sparsam verwenden sollte!) nicht einziehen, wie das sonst bei neuen Absätzen geschieht. Dazu füge ich dem <p>-Tag des jeweils ersten Absatzes innerhalb der spitzen Klammern folgenden Text hinzu:

style=”text-indent:0"

Das sieht dann so aus:

Abb. 8
Abb. 8
Tipp:

Um keine Stelle zu übersehen, kannst du mit Hilfe der Such-Funktion im HTML-Text nach der Zeile

<p>&nbsp;</p>

suchen, die eine Leerzeile erzeugt. Danach soll jeweils der nächste Absatz nicht eingezogen werden, also gehört da unsere Verbesserung hin.

Nach all diesen Änderung das Speichern nicht vergessen 😉

4. Schritt: Erstellen einer Navigationsdatei

Die Navigationsdatei (*ncx) sagt dem eReader, an welcher Stelle der HTML-Datei sich die Informationen für das dynamische Inhaltsverzeichnis finden. Sie ist eine XML-Datei und sieht aus wie eine Liste. Dazu erzeugst du im Editor eine neue Datei, nennst sie wie deine Html-Datei und gibst ihr die Endung *.ncx, in meinem Beispiel also CafeMorte.ncx.

Und keine Angst, du musst jetzt nichts programmieren, du kannst folgenden Code kopieren und einfügen:

<ncx xmlns="http://www.daisy.org/z3986/2005/ncx/" version="2005-1">
<head>
 <meta name="dtb:title" content="HIER DEINEN TITEL EINFÜGEN"/>
 <meta name="dtb:depth" content="1"/>
 <meta name="dtb:totalPageCount" content="0"/>
 <meta name="dtb:maxPageNumber" content="0"/>
</head>
<docTitle><text>HIER DEINEN TITEL EINFÜGEN</text></docTitle>

[hier fehlt noch was, dazu gleich]

</ncx>

Jetzt kommt das Wichtigste: die Sprungmarken. Das sind genau die, die du oben bei Schritt 2 erstellt hast! Im Beispiel sind die Bezeichnungen (=’id‘) dafür grün.

Außerdem brauchen diese Abschnitte einen Namen, der im Inhaltsverzeichnis deines eBooks zu lesen sein soll, diese Namen sind hier orange.

Und natürlich musst du der *.ncx-Datei sagen, wo sie diese Sprungmarke findet, also den Namen deiner HTML-Datei und die Position, gekennzeichnet durch eine Raute #, hier lila dargestellt:

<navMap>
   <navPoint id="start" playOrder="1">
     <navLabel><text>Anfang</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#start" />
   </navPoint>
   <navPoint id="impressum" playOrder="2">
     <navLabel><text>Impressum</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#impressum" />
   </navPoint>
   <navPoint id="widmung" playOrder="3">
     <navLabel><text>Widmung</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#widmung" />
   </navPoint>
   <navPoint id="Kap1" playOrder="4">
     <navLabel><text>1</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#Kap1" />
   </navPoint>
   <navPoint id="Kap2" playOrder="5">
     <navLabel><text>2</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#Kap2" />
   </navPoint>
 
   [... und so weiter ...]
 
   <navPoint id="Kap21" playOrder="24">
     <navLabel><text>21</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#Kap21" />
   </navPoint>
   <navPoint id="dank" playOrder="25">
     <navLabel><text>Danksagung</text></navLabel>
       <content src="DEIN_TITEL.html#dank" />
   </navPoint>
 </navMap>

Das Ganze kannst du jetzt in deine *ncx-Datei einfügen an der Stelle, die wir vorhin ausgespart haben („hier fehlt noch was …“)

Bei mir sieht das dann so aus:

Abb9
Abb. 9

5. Schritt: Erstellen einer OPF-Datei, die HTML und NCX zusammenführt

Auch diese ist wieder eine XML-Datei in Form einer Liste, sie funktioniert im Prinzip wie die aus Schritt 4: Du erstellst eine Datei mit dem Namen deiner HTML-Datei, gibst ihr die Endung *.opf (bei mir also CafeMorte.opf) und kopierst folgendes hinein:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<package version="2.0" xmlns="http://www.idpf.org/2007/opf"
 unique-identifier="uid">
   <metadata xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
        xmlns:opf="http://www.idpf.org/2007/opf">
     <dc:title>HIER DEINEN TITEL EINFÜGEN</dc:title>
     <dc:language>de</dc:language>
     <dc:identifier id="uid">HIER DEIN TITEL</dc:identifier>
     <dc:creator opf:role="aut">DEIN NAME ODER PSEUDONYM</dc:creator>
     <meta name="cover" content="umschlagbild" />
   </metadata>
 <manifest>
   <item id="umschlagbild" href="DEIN_COVERBILD.jpg"
        media-type="image/gif" />
   <item id="toc" href="DEIN_TITEL.ncx"
        media-type="application/x-dtbncx+xml" />
   <item id="start" href="DEIN_TITEL.html" media-type="text/html" />
 </manifest>
 <spine toc="toc">
   <itemref idref="start" />
 </spine>
 <guide>
   <reference type="toc" title="TOC" href="DEIN_TITEL.html#TOC"/>
   <reference type="start" title="start" href="DEIN_TITEL.html#start"/>
   <reference type="cover" title="umschlagbild" href="DEIN_TITEL.jpg"/>
 </guide>
</package>

Die *.opf-Datei sucht sich dann mithilfe der Sprungmarken aus dem eigenen Text und aus dem der angegebenen übrigen Dateien die Verweise fürs Inhaltsverzeichnis heraus. Bei mir sieht das so aus:

Abb. 10
Abb. 10

6. Schritt: MOBI-Datei erstellen mit dem Kindle-Previewer

Anmerkung:

Ich veröffentliche meine eBooks über Amazon KDP, deshalb der Kindle-Previewer. Solltest du eine ePub-Version brauchen, kannst du die zB mit dem kostenlosen Programm Calibre erstellen.

Den Previewer kannst du bei Amazon.de kostenlos herunterladen. Installieren, starten, ‚Datei öffnen:‘ — hier wählst du deine OPF-Datei aus! Sie ist die aufrufende Datei, die deine HTML-Datei mit dem Text, deine JPEG-Datei mit dem Coverbild und deine NCX-Navigationsdatei mit dem dynamischen Inhaltsverzeichnis zusammenführt. Es dauert vielleicht ein bisschen, bis alle Daten verarbeitet sind.

Anmerkung:

Manchmal gibt es eine Fehlermeldung, weil irgendein Hyperlink angeblich nicht aufgelöst werden konnte. Ich bin noch nicht sicher, ob das ein Fehlalarm ist, weil bei mir bisher trotzdem immer eine MOBI-Datei herauskommt, die alles enthält, was drin sein soll ...

Die ausgegebene Mobi-Datei kannst du nun mit dem Previewer öffnen und prüfen, ob alles so aussieht, wie du es haben willst. Falls ja, kannst du diese Datei jetzt bei Amazon.de hochladen — Herzlichen Glückwunsch!  Du hast ein Buch veröffentlicht! 😀

Schlussbemerkung:

Wenn man all das zum ersten Mal macht, erscheint es wie unglaublich viel Arbeit. Ehrlich gesagt, auch ich sitze jedes Mal einen halben oder einen ganzen Tag daran, bis alles so ist, wie ich es haben möchte. Inklusive neu gefundener Tippfehler und letzter Text-Korrekturen. Aber am Ende bin ich auch jedes Mal froh und ein bisschen stolz, dass ich ein neues eBook selbst erstellt habe — nach meinen Wünschen. Und ich verspreche dir, nach anfänglichen Skrupeln sinkt die Hemmschwelle zusehends, dich auch beim nächsten Mal wieder selbst daran zu trauen. Nur Mut!

Falls ich etwas vergessen habe oder falls du Fragen hast — immer her damit in den Kommentaren.

Viel Spaß!

Kluge Frauen und Sex

Wir stellen fest: Männer, die sich über die Welt kluge Gedanken machen und darüber schreiben, sind sexy. Und erfolgreich. Im Verlagsbereich wie im Indie-Bereich. Man denke an Neil Gaiman, man denke an Hugh Howie, man denke auch an Chuck Wendig, der zwar äußerlich eher an einen ein Bär erinnert als ein Sex-Symbol, aber eben ein sexy Bär, weil klug.

Wir stellen auch fest: Frauen, die sich über die Welt kluge Ideen machen und darüber schreiben, sind nicht sexy, außer vielleicht, sie heißen Zoë Beck. Nein, bei den Frauen müssen die Texte den Sex liefern. Denn — so habe ich gerade bei Facebook gelernt — eine nicht nähere bezeichnete Umfrage kommt zu dem Schluss: „Kluge Frauen lesen (..) gerne auch mal hocherotische, niveauvolle Literatur. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Frauen mit Köpfchen nichts Scharfes wollen.“ Hat das irgendwer wirklich bezweifelt? Den klugen Männern spricht man ihre Erotik jedenfalls nicht ab. Klugen Frauen also schon?

Wir leben im Jahre 4 nach Shades of Grey. Spätestens seither gilt offenbar eine gesellschaftliche Übereinkunft, dass frau nicht nur über Sex spricht, sondern sich auch öffentlich zu ihren präferierten sexuellen Praktiken bekennt. Dagegen habe ich nichts, jede wie sie mag. Nur — wenn man in dieses Horn nicht tuten mag, ist man als Autorin sogar noch weniger sexy als vorher schon, scheint’s. Da gilt man schnell als ‚langweilig‘, ‚verklemmt‘, ‚altmodisch‘, die Bücher bleiben liegen. Frauen finden klug nur sexy, wenn es XY-Chromosome hat, Männer finden es überhaupt nur bei sich selbst sexy 😉

Aber: Ich tute trotzdem nicht mit. Sollte ich doch mal was Erotisches schreiben wollen, werde ich es dich wissen lassen. Im Moment jedoch empfinde ich dieses Genre als überstrapaziert und selbstrepetitiv, rechne also eher nicht damit. Ich schreibe lieber über kluge Frauen 🙂

MindfullHeader

Alles neu macht der … Juni

Ach was soll’s: Mai, Juni … das mit dem Sommer ist sowieso relativ. Jedenfalls hatte der Blog mal eine Verjüngungskur nötig. Kleine Details hier und da, vielleicht wird noch mehr daraus.

Was ist neu? Dieser hier anwesende Blog hat endlich einen Namen. Kennst du das? Du weißt, irgendwas ist noch nicht rund, aber du kommst nicht drauf? In solchen Fällen schlafe ich eine Weile drüber. Eine Nacht, ein paar Nächte, ein paar hundert Nächte … Und auf einmal wache ich morgens auf und weiß ganz plötzlich: So geht’s!

Und deshalb heißt dieser Blog jetzt

mindfull

Und bevor du jetzt hektisch die Kommentier-Funktion bemühst: Ich weiß schon, ‚mindful‘ schreibt man mit einem ‚l‘. (Ach doch: Schreib was in die Kommentare! 🙂 )

'Mindful' bedeutet 'aufmerksam', 'achtsam'. 'To be mindful of something' heißt auch 'etwas bedenken'.

‚Mind‘ ist ein wunderbar vielseitiges Wort. Es heiß ‚Verstand‘, es heißt aber auch ‚Gemüt‘, ‚Meinung‘ und ‚Fantasie‘.

Ein ‚mind‘, also der ‚Geist‘ kann voller Ideen stecken, manchmal übervoll. Ideen, die hinausdrängen, die sich verbinden wollen mit anderen, die keine Rücksicht nehmen auf das was war oder ist oder sein könnte. Darum geht es mir beim Schreiben:  Neugierig bleiben, alte Denkmuster ablegen. Nachdenken, umdenken, mitdenken und vorausdenken. Für einen Kopf allein ist das viel zu viel, und wenn er voll ist — muss das alles raus und wird in Worte gefasst, die neue Ideen hervorrufen. Nicht nur bei mir, vielleicht auch bei dir, das wäre toll.

Und wenn dein Kopf jetzt voller Ideen und Gedanken ist: Hurra! Lass mich daran teilhaben, schreib in die Kommentare — wir lesen uns! 😀